Auswirkungen

Das schräg stehende Becken bedingt ausser der Skoliose, ein scheinbar kürzeres Bein, eine Veränderte Auflage im Knie- und Fussgelenk. Das scheinbar längere Bein muss wesentlich mehr Gewicht tragen als das scheinbar kürzere Bein. Ein früherer Verschleiß des Hüftgelenkes ist die logische Konsequenz.
Bei den meisten Patientinnen und Patienten kann an der Ferse gemessen, eine Beinlängendifferenz von  2,5 – 5,0 cm festgestellt werden.

Gegenüber der scheinbar, kürzeren Beinseite, gleichseitig höherer Becken- schaufel, verläuft die untere Wirbelsäule im Bereich der Lendenwirbelsäule etwas schräg in Richtung tiefere Beckenhälfte. Dieser schräge Verlauf bedingt eine Kompression der Bandscheiben zwischen den Wirbeln, in einer Keilform.

Frage, wohin rutscht ein Keil? – richtig, zur breiten Seite hin. Dieses leichte Gleiten der Bandscheiben führt zur Irritation im Bereich des Ischiasnerv – häufig gestellte Diagnose: Bandscheibenvorfall!

Ich erlaube mir in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen, dass es sich bei über 90% der Diagnosen „Bandscheibenvorfall" um keinen echten Vorfall handelt, sondern um das bereits zuvor angeführte Gleiten der gesamten Bandscheibe.
Der echte Bandscheibenvorfall mit Bildung einer Hernie, die in Richtung Spinalkanal verläuft, muss nach meiner Erfahrung unmittelbar neurochirurgisch behandelt werden.

Im Verlauf der Wirbelsäule, vom 5. Lendenwirbel bis zum ersten Halswirbel (Atlas), können bei schiefem Becken erhebliche Verhärtungen der Muskulatur festgestellt werden. Diese Verhärtungen sind Mitursache für chronische Rückenschmerzen.
 

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